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Qualität ätherischer Öle: Wie Biosynthese und Extraktion das Terpenprofil bestimmen

Eine neue Übersichtsarbeit der Fachzeitschrift Plants verknüpft Biosynthesewege, Chemotypen und Extraktionsverfahren direkt mit der biochemischen Qualität und dem Terpenprofil ätherischer Öle.

Qualität ätherischer Öle: Wie Biosynthese und Extraktion das Terpenprofil bestimmen

Damit liegt erstmals eine systematisch aufgebaute Zusammenfassung darüber vor, welche Parameter über die tatsächliche Inhaltsstoffzusammensetzung entscheiden. Für Anwender in Aromatherapie, Diffusermischungen und Pflege wird nachvollziehbar, warum derselbe botanische Name je nach Herstellungsweg zu deutlich unterschiedlichen Spektren führen kann – und warum ein Blick auf das Analysezertifikat mehr verrät als jede Sortenbezeichnung.

Wenn die Pflanze nicht gleich Pflanze ist

Nach dem Review wird die chemische Identität eines Öls durch drei Faktoren geprägt: den genetisch fixierten Chemotyp der Pflanze, die standortabhängige Sekundärstoffbildung und die Wahl des Extraktionsverfahrens. Wenn diese drei nicht zusammenpassen, weicht das resultierende Spektrum messbar von der deklarierten Spezifikation ab. Konkret bedeutet das: Ein Lavendelöl mit hohem Linalylacetat- und niedrigem Campher-Anteil ist nur dann reproduzierbar, wenn Ausgangsmaterial und Destillationsparameter dokumentiert sind. Wer Öle für Diffuser oder Hautpflege einsetzt, sollte im Zertifikat also nicht nur den Pflanzennamen, sondern auch Chemotyp und Charge prüfen.

Analytik auf Konferenzniveau: ISEO 2026 in Grasse

Wie solche Qualitätsprofile messtechnisch erfasst werden, zeigt das 56. Internationale Symposium für ätherische Öle (ISEO 2026) in Grasse. Fachleute präsentieren dort moderne GC-TOFMS-Methoden – Gaschromatographie gekoppelt mit Flugzeitmassenspektrometrie – für Qualitätskontrolle, Echtheitsprüfung und Sicherheitsbewertung komplexer Naturstoffgemische. Daraus folgt für die tägliche Bewertung: Zertifikate, die auf GC-TOFMS-Daten verweisen, liefern eine Auflösung, die mit einfachen GC-FID-Läufen nicht erreichbar ist. Bei sensorischen Abweichungen – etwa ungewohnt scharfem Duft, veränderter Viskosität oder unklarer Provenienz – ist diese Hochleistungsanalytik der methodische Maßstab, an dem sich Lieferanten messen lassen müssen.

Offene Forschungslinien

Daneben berichten erste Meldungen über Pflanzenextrakte aus aquatischen Spezies, denen möglicherweise eine präventive Wirkung gegen Tumorentwicklung zugeschrieben wird. Solche Hinweise sind methodisch noch nicht hinreichend belegt, um daraus Anwendungsempfehlungen für ätherische Öle abzuleiten. Sie zeigen jedoch, dass sich das Spektrum pflanzlicher Sekundärstoffe, die für Aromatherapie und Pflege relevant werden, weiter vergrößern kann. Bis belastbare klinische Daten vorliegen, gilt: entsprechende Extrakte ausschließlich als Forschungsgegenstand behandeln, nicht als therapeutischen Ersatz.